Trotz Corona: In welche Länder in Europa dürfen wir reisen?

Die Regeln für die Reisen in andere Länder in Europa werden immer unübersichtlicher. Deshalb brauchen wir in der Corona-Zeit einen Überblick:

Die Regeln für den Sommerurlaub in Europa während Corona sind ganz verschieden.
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Lange haben wir mit unseren Urlaubsplänen hadern oder sie sogar verschieben oder absagen müssen. Grund dafür ist die immer noch anhaltende Corona-Pandemie. Doch langsam werden einige Reisewarnungen und -beschränkungen aufgehoben. Doch was heißt das für uns? In welche Länder dürfen wir überhaupt reisen? Und was erwartet uns dann, wie müssen wir uns verhalten? In Europa sind die Regeln ganz verschieden für Menschen, die reisen. 

Und deshalb haben wir euch die Infos zu den möglichen Reisezielen in Europa zusammengefasst: 

Langsam darf man innerhalb von Europa trotz Corona wieder verreisen.
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Reisen während der Corona-Pandemie 

Zuerst sollte man natürlich bedenken, dass das Reisen immer noch ein großes Risiko mit sich bringt und man durchaus auch im eigenen Land eine schönen Sommer verbringen kann.  Das Auswärtige Amt rät deshalb von "unnötigen, touristischen Reisen außerhalb Europas" immer noch ab. Aber eben "außerhalb Europas". Das bedeutet, dass wir über den Sommer in unsere Lieblingsländern wie Spanien, Griechenland und Italien reisen dürfen. Aber welche Regeln kommen da auf uns zu bezüglich Maske und Co.

Reiseziele wie die Türkei, Ägypten, Marokko und Co. sollten besser noch nicht bereist werden, da man sich danach in eine 14 tägige Quarantäne begeben muss. Das gilt nicht innerhalb der EU, außer: 

In Spanien gilt sogar eine Maskenpflicht außerhalb geschlossener öffentlicher Räume.
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Reiseziel Spanien 

Wer aus Spanien zurückkommt, muss sich falls er sich nicht negativ auf Corona testen lässt, in eine Quarantäne begeben, wenn er nach Deutschland zurückkehrt.

Noch dazu muss jeder, der mit dem Flugzeug anreist, vorab ein Formular ausfüllen (online), durch das er einen QR-Code erhält. Wer also vorab nach Mallorca reisen möchte, sollte sich vorab noch einmal informieren, denn auf der Insel herrscht nicht nur generelle Maskenpflicht (Ausnahme sind nur der Strand und Pool, beim Sport oder beim Essen im Restaurant), sondern auch Rauchverbot im öffentlichen Raum. Am Strand gilt übrigens eine Zugangsbeschränkung, es dürfen maximal 27.600 Menschen an den Sandstrand von Playa de Palma. 

Und nicht alle Teile von Spanien sollten überhaupt bereist werden. In den Gebieten Aragón, der Hauptstadtregion Madrid, Extremadura, Kastilien La Mancha, Kastilien und Léon, La Rioja, Murcia, Navarra, dem Baskenland und Melilla befinden sich nach wie vor hohe Infektionszahlen, sodass von einem Urlaub dorthin eher abgeraten wird. Auch der Ort Palma de Mallorca ist stark von Corona-Infektionen betroffen. Auch hier gilt eine Testpflicht für Rückkehrer und zahlreiche Beschränkungen innerhalb des Landes. 

Übrigens: Wer sich dem Corona-Test verweigert, dem können Bußgelder von bis zu 25.000 Euro drohen!

Was erwartetet einen, wenn man nach Spanien reist? 
Innerhalb der EU kann es bei der Einreise zu regulären Gesundheitsuntersuchungen wie dem Fiebermessen kommen und auch ein vorher ausgefülltes Reiseformular muss vorgezeigt werden. Im Land Spanien selbst ist die Reisemöglichkeit mit Verkehrsmitteln immer noch eingeschränkt und es gilt eine allgemeine Maskenpflicht in öffentlichen Räumen und sogar innerhalb und außerhalb geschlossener Räume, also beispielsweise auch in der Innenstadt. Ausnahme sind die Kanarischen Inseln, die bisher nicht als Risikogebiet eingestuft worden sind. Gran Canaria ist jedoch von den Infektionszahlen nicht ganz unbedenklich.

(Stand: 29.09.2020)

In Italien sind viele Regionen nur mit einer Registrierung bereisbar.
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Reiseziel Italien 

Ähnlich wie in Spanien werden in Italien Restaurants, Bars und Co. unter strengen hygienischen Maßnahmen wieder geöffnet, das ist aber von Region zu Region durchaus unterschiedlich. Im öffentlichen Raum, an dem sich Menschen versammeln, gilt in Italien die Maskenpflicht, zumindest von 18 Uhr - 6 Uhr. Kulturelle Veranstaltungen werden mit Teilnehmerbegrenzungen wieder aufgenommen. Bei einigen Besuchen von öffentlichen Einrichtungen wird ein Fieber-Test gemacht und der Eintritt bei einer zu hohen Körpertemperatur verboten. 

Die positive Nachricht: War Italien zu Beginn der Pandemie noch besonders stark betroffen, so hat sich die Lage inzwischen gebessert, allerdings gilt immer noch der Notstand. Sowohl Kreuzfahrtschiffe, als auch Fernbusse halten wieder in Italien.

In der Lombardei gilt die Maskenpflicht übrigens sowohl in geschlossenen, öffentlichen Räumen als auch im Freien, zumindest wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Wer nach Sardinien reisen möchte, muss sich allerdings weiterhin 48 Stunden vorher für einen Reisewunsch registrieren. Gleiches gilt für die Regionen Kalabrien, Apulien und Sizilien. 

(Stand: 29.09.2020)

Auch in Griechenland ist das Ausfüllen eines Reisformulars und ein QR Code Pflicht.
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Reiseziel Griechenland

Wer nach Griechenland reisen will, muss zuerst ein Anmeldeformular ausfüllen (spätestens 24 Stunden vorher). Dies gilt für das ganze Land und nicht nur für einzelne Regionen. Wer seinen persönlichen QR-Code nach dem Ausfüllen des Formulars bei der Einreise nicht vorzeigen kann, riskiert eine Geldstrafe von 500 Euro. Einzelne Reisende können auf Corona getestet werden und sollen sich, bis sie die Testergebnisse erhalten, in Selbstisolation begeben. Die Ergebnisse sind jedoch meistens nach 24-72 Stunden verfügbar. 

Kreuzfahrtschiffe dürfen nun wieder die Häfen Piräus, Rhodos, Heraklion, Volos, Korfu und Katakolo anlaufen. Als Passagier muss man vor Betreten einen negativen Covid-19-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

(Stand: 29.09.2020)

In Kroatien gibt es bisher keine besonderen Reiseregeln.
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Reiseziel Kroatien

Während Kroatien bisher nicht zu sehr vom Corona-Virus befallen zu sein schien, steigen seit Juni die Infektionen. Vor Aufenthalten in Lika-Senj, Zadar, Šibenik-Knin, Split-Dalmatien, Dubrovnik-Neretva, Požega-Slawonien, Brod-Posavina und Virovitica-Podravina wird daher ausdrücklich gewarnt!

Falls du doch nach Kroatien möchtest, solltest du vorab ein Online-Formular ausfüllen, wo genau im Land du dich aufhältst, um lange Wartezeiten beim Grenzübertritt zu vermeiden. 

Bei der Rückreise ins eigene Land gilt daher auch hier eine Corona-Testpflicht, sowie das Einhalten einer Quarantäne-Zeit, falls das Ergebnis positiv ist. 

(Stand: 29.09.2020)

In Frankreich sind die Regelungen für Corona inzwischen ähnlich wie in Deutschland.
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Reiseziel Frankreich

Die Nachricht wird wohl viele freuen: Das Disneyland Paris ist phasenweise wieder geöffnet. Und auch sonst sind in Frankreich die meisten Sehenswürdigkeiten wieder für Besucher offen, doch mit Besucherzahl-Begrenzungen - die Tickets sind teilweise deshalb online besser buchbar. Die Maskenpflicht in Frankreich ist ähnlich wie in Deutschland, also im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften.

Aufgrund von hoher Infektionszahlen wird derzeit jedoch vor einer Reise in die Regionen Île-de-France, Provence-Alpes-Côte-d’Azur, Auvergne-Rhône-Alpes, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Hauts-de-France, Centre-Val-de-Loire, Normandie, Bretagne sowie Korsika abgeraten.

Übrigens gilt in Frankreich bereits ab 11 Jahren eine Maskenpflicht.

Nach Französisch-Guyana, Mayotte, Neu-Kaledonien sowie Wallis und Futuna kann man übrigens derzeit gar nicht reisen!

(Stand: 29.09.2020)

In Wien gilt momentan eine Reisewarnung.
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Reiseziel Österreich

Für die Bundesländer Wien, Tirol und Vorarlberg gilt derzeit eine Reisewarnung. Wie bei den anderen Ländern gilt daher bei der Einreise in das eigene Land nach einem Besuch in diesen Bundesländern eine Corona-Testpflicht, sowie das Einhalten der Quarantäne, sollte der Test positiv sein. 

Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten sind aber nach wie vor offen. Die Tragepflicht einer Maske ist derzeit so geregelt wie in Deutschland.

(Stand: 29.09.2020)

Für einige europäische Länder wurden die Reisewarnungen aufgehoben.
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Reiseziel Schweden & Finnland 

Die Reisewarnung für Schweden wurde aufgehoben und Europäer können fast uneingeschränkt reisen. Die normalen Hygienemaßnahmen gelten auch hier. Eine erweiterte Kontrolle wird allerdings nicht getätigt. 

Für Finnland gilt seit dem 28. September 2020 eine Einreisebeschränkung. Von touristischen Reisen wird daher eher abgeraten. Eine Versammlung von mehr als 50 Personen ist in Finnland übrigens derzeit verboten! Bisher gilt keine Maskenpflicht, aber im öffentlichen Raum werden die Masken empfohlen. 

(Stand: 29.09.2020)

In Dänemark müssen während der Corona-Zeit mindestens 6 Nächte im Vorhinein gebucht sein.
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Reiseziel Dänemark, Norwegen, Luxemburg & Schweiz

Da die Schweiz nicht zur EU gehört, gelten hier andere Regeln; für Reisende aus dem Schengenraum ist die Reise aber relativ reibungslos. Wer allerdings vorher in einem anderen Risikoland war, muss sich in eine zehntägige Quarantäne nach der Einreise begeben und ein Corona-Test ist bei Einreise zurück nach Deutschland verpflichtend. Von Reisen nach Genf, Waadt und Freiburg wird derzeit abgeraten.

Auch von einer Reise nach Luxemburg wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit abgeraten. Besuche in Restaurants, Bars oder Kinos sind bei vielen vorher anzumelden, bzw. ist eine Reservierung online meist verpflichtend. Mehr als 10 Leute dürfen sowohl im Freien als auch auf öffentlichen Plätzen oder im privaten Raum nicht zusammenkommen. Polizeibehörden und auch Verwaltungsbüros sind derzeit geschlossen.

Auch in Dänemark gibt es Sonderregeln, denn hier muss nachgewiesen werden, dass man 6 Übernachtungen im Land schon bei einem Hotel oder Campingplatz gebucht hat, wenn man einreisen will. Sie müssen allerdings nicht am gleichen Ort für alle 6 Nächte sein. Vor Reisen nach Hovedstaden oder Kopenhagen wird derzeit dringend abgeraten. Wer mit der dänischen Bahn fahren will, muss einen Sitzplatz reservieren, sowohl in Regional- als auch in Fernverkehrszügen. Die Hygieneregeln bzw. die Maskenpflicht ist derzeit ebenso geregelt wie in Deutschland.

Ab dem 29. August 2020 wird von touristischen Reisen nach Norwegen eher abgeraten. Nach der Einreise muss sich jeder in eine 10-tägige Quarantäne begeben.

(Stand: 29.09.2020)

Für ein risikofreien Urlaub sollten weitere Informationen vorher beachtet werden.
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Für weitere Informationen zu einzelnen Reisezielen sollte man vor der Reise die Hinweise zum Land auf der Seite des Auswärtigen Amtes prüfen und auch die Reiseinformationen vom ADAC sind empfehlenswert, damit man kein unnötiges Risiko eingeht.