Auch in Deutschland: Hier kannst du im März 2026 die Polarlichter sehen

Normalerweise kannst du die Polarlichter nur im Norden sehen, doch in diesem Jahr strahlt der Himmel auch in Deutschland – vor allem im März.

Die Polarlichter sieht man normalerweise nur im Norden von Europa.
Quelle: IMAGO / ABACAPRESS

Normalerweise verbindet man Polarlichter mit den eisigen Weiten Skandinaviens oder den entlegenen Regionen der Arktis. Doch in einigen Teilen Deutschlands bietet sich tatsächlich ebenfalls die einzigartige Gelegenheit, dieses atemberaubende Naturschauspiel am nächtlichen Himmel zu bewundern. Nicht nur im Norden von Deutschland, sondern auch in den südlicheren Regionen und sogar auch in mitteleuropäischen Ländern wurde der Himmel bereits in bunte Farben getaucht. Falls du es bisher immer verpasst hast, hast du vielleicht jetzt Glück.

Polarlichter im März: hohe Chancen für Deutschland

Im März könnte es in Deutschland zu Polarlichtern kommen.
Quelle: IMAGO / EHL Media

Polarlichter im März

Im März 2026 besteht eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit für Polarlichter im deutschen Himmel. Das hängt mit zwei Naturphänomenen zusammen, die sich im März überlagern: eine hohe Sonnenaktivität und das Frühlingsäquinoktium. Das schwierige Wort hat eine recht einfache Bedeutung. Im Frühling kommt es immer wieder zu einem bestimmten Tag, an dem Nacht und Tag fast exakt gleich lang sind – und zwar zwölf Stunden lang. Man nennt es auch Tag-und-Nacht-Gleiche. Danach werden die Tage auf der Nordhalbkugel (wie zum Beispiel in Deutschland) länger als die Nächte. Im Jahr 2026 fällt dieser Tag auf den 20. März. Bei uns beginnt damit offiziell der Frühling, auf der Südhalbkugel (zum Beispiel in Australien) der Herbst. 

Wie kannst du in Deutschland dann Polarlichter sehen?

Der Kp-Index kann dir rechtzeitig für Polarlichter bescheid geben.
Quelle: IMAGO / Andy Bünning

Polarlichter in Deutschland

In nördlichen Regionen wie Island und Nordnorwegen sind um die Tag-und-Nacht-Gleiche die Polarlichter besonders wahrscheinlich, doch auch in Deutschland kann es gut sein, dass man das Farbschauspiel etwas weiter Richtung Süden sieht als gewöhnlich. Was es braucht sind ein klarer Nachthimmel, ohne Wolken und vor allem wenig Lichtverschmutzung. Man sollte sich also von Stadtlichtern fern halten und Richtung Norden blicken. Wer rechtzeitig bescheid wissen will, sollte den Kp-Index im Auge behalten. Er zeigt an, wie stark das Erdmagnetfeld gerade durch Sonnenpartikel beeinflusst wird. Für Mitteldeutschland bräuchte es mindestens einen Wert von sechs, um Polarlichter sehen zu können. 

Das deutsche Polarlicht-Fenster schließt sich allerdings bald für eine ziemlich lange Zeit:

Für Deutschland wird es in den nächsten Jahren ruhiger, was Polarlichter betrifft.
Quelle: IMAGO / Maximilian Koch

Die nächsten 11 Jahre keine Polarlichter mehr?

Wer die Aurora borealis im März verpasst, könnte auf die nächsten Polarlichter ganz schön lange warten. In den deutschen Breiten schließt sich nämlich allmählich das Zeitfenster für Polarlichter und das vielleicht sogar für elf Jahre. Denn die Sonne hat einen etwa elfjährigen Rhythmus, bei dem sie mal mehr und mal weniger Aktivität zeigt, ähnlich wie ein pulsierendes Herz. Wir verlassen gerade eine Phase mit intensiver Sonnenaktivität und steuern nun auf eine ruhigere Zeit zu, in der es damit auch deutlich weniger Polarlichter geben wird. 

Aber wie kommt es eigentlich zu dem Naturschauspiel?

Die Polarlichter entstehen durch einen besonderen Energieaustausch.
Quelle: IMAGO / NurPhoto

Wie entstehen Polarlichter überhaupt?

Polarlichter sind Naturphänomene, die normalerweise in den nördlichen Breitengraden der Erde auftreten. Sie entstehen durch die Wechselwirkung von geladenen Teilchen aus der Sonne mit der Erdatmosphäre, hauptsächlich Elektronen und Protonen. So funktioniert es: Die Sonne emittiert ständig energiereiche Teilchen, die als Sonnenwind bekannt sind. Wenn dieser Sonnenwind die Erde erreicht, dringen die geladenen Teilchen in die Atmosphäre ein. Die Erdatmosphäre besteht aus verschiedenen Schichten, darunter Stickstoff- und Sauerstoffmoleküle. Wenn die Sonnenpartikel mit diesen Molekülen kollidieren, übertragen sie Energie auf sie. Dadurch leuchten die Gase in der Atmosphäre auf. Stickstoffmoleküle erzeugen dabei violette und bläuliche Farben, während Sauerstoffmoleküle rote, grüne und gelbe Töne erzeugen. Die Intensität und die Farben der Polarlichter variieren je nach Art der geladenen Teilchen und der Höhe, in der die Kollisionen stattfinden. 

Welche Tipps sind für Fotos wichtig?

Wie macht man mit dem Handy Fotos von Polarlichtern?
Quelle: IMAGO / Andy Bünning

Polarlichter fotografieren

Wer das magische Leuchten für immer festhalten will, der kann sogar mit dem Handy Fotos machen. Wichtig ist, den Nachtmodus anzustellen und die Belichtungszeit auf das Maximum zu drehen. Das Handy muss dabei absolut stillstehen, am besten nicht in der Hand, da man immer ein ganz bisschen wackelt. Besonders toll sind dafür natürlich Stative. Tippe auf dein Display und fokussiere auf einen bestimmten Stern, damit das Bild auch wirklich scharf wird. Besonders spektakulär sehen Bilder aus, bei denen im Vordergrund noch etwas zu sehen ist, ein Baum, ein Haus, der See oder auch ihr als Menschen. Fokussiert dann einfach darauf und lasst die Polarlichter euer persönlicher Hintergrund sein. 

Wenn ihr es jetzt kaum mehr erwarten könnt, haben wir noch einen kleinen Pro-Tipp für euch:

Apps können dir helfen, rechtzeitig Polarlichter zu finden.
Quelle: IMAGO / Andreas Franke

Mit Apps nichts mehr verpassen

Wir haben ja schon von dem Kp-Index gesprochen. Es gibt inzwischen Apps, die die Vorhersage für dich und deine Umgebung genau tracken. So zum Beispiel die App „Aurora - Meine Polarlicht-Vorhersage“, „Aurora Notifier“ oder auch „Aurora Alerts“. Bei allen Apps siehst du genau den Kp-Index und eine Wahrscheinlichkeitsrechnung für deinen Ort. Auch Sonnenwinde können hier angezeigt werden. Bei der Notifier-App kannst du sogar Bilder hochladen und somit andere benachrichtigen oder selbst benachrichtig werden, wenn Polarlichter zu sehen sind. 

Wie war es denn die letzten Male in Deutschland?

In vielen Teilen Deutschlands kannst du die Polarlichter sehen.
Quelle: IMAGO / imagebroker

An diesen Orten in Deutschland waren die Polarlichter bereits zu sehen.

Das seltene Spektakel beleuchtete den Himmel im Januar 2026 über Sachsen, beispielsweise in der Nähe von Zwickau. Die Sicht auf dieses faszinierende Naturschauspiel wurde hier durch größere Wolkenlücken begünstigt. Auch in Bayern hatten die Menschen das Glück, das seltene Ereignis zu beobachten. In Baden-Württemberg wurden die Polarlichter jedoch bisher leider von Wolken verdeckt. Der Norden von Deutschland wurde mit dem Naturspektakel beschenkt, so zum Beispiel Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und sogar Berlin. 

Vielleicht hast du ja sogar ein Wohnmobil und kannst in eine ruhige, nördliche Gegend fahren, um das Spektakel zu sehen.
 

Pinterest Pin Diese Faktoren entscheiden, ob du Polarlichter wirklich sehen kannst.