Urlaub 2026: Bußgelder, Verbote und volle Strände – was Reisende jetzt wissen müssen
Von der Ostsee bis zur Adria: Beliebte Reiseziele kämpfen mit Massentourismus oder steigenden Preisen – und manche reagieren mit harten Regeln
Volle Strände, teure Unterkünfte, genervte Einheimische: Der Tourismus boomt – und hinterlässt Spuren. Langjährige Stammgäste erkennen ihre Lieblingsorte kaum wieder, Gemeinden greifen zu Verboten und Bußgeldern, und selbst klassische Urlaubsländer wie Kroatien kämpfen plötzlich mit leeren Betten. Was steckt hinter dem Wandel – und was bedeutet das für den nächsten Urlaub 2026/27? Diese neuen Änderungen und Regeln solltest du für deine Reise kennen!
Scharbeutz an der Ostsee: Zu voll, zu laut, zu teuer?
Scharbeutz gehört zu den beliebtesten Ostsee-Orten in Schleswig-Holstein – doch der Erfolg hat seinen Preis. Wie Kreiszeitung Mitte August 2026 berichtet, melden sich in sozialen Netzwerken immer mehr Urlauber*innen, die den Ort kaum wiedererkennen: volle Strände, enger zusammengerückte Strandkörbe, Müll im Sand, Hunde am Badestrand und lauter Verkehr. Die Meinungen gehen auseinander: Ein Nutzer, der seit 1967 nach Scharbeutz fährt, findet den Ort inzwischen „absolut ätzend“. Andere hingegen erleben ihn weiterhin als „Wohlfühlort“ und halten die Kritik für Ausnahmen.
Der Andrang wächst, wie Statistiken beweisen. 2025 stiegen die Übernachtungen um 12,6 Prozent – der stärkste Zuwachs unter den Tourismusorten in Schleswig-Holstein. Bürgermeisterin Bettina Schäfer appellierte in ihren Ostergrüßen 2026 bereits an alle Gäste: „Gerade jetzt, wenn die Gemeinde Scharbeutz wieder mehr und mehr zum Treffpunkt für Einheimische und Gäste wird, ist es mir ein großes Anliegen, dass wir achtsam und respektvoll miteinander umgehen.“
Kroatiens Strände räumen auf: Müllabfuhr sammelt reservierte Handtücher ein
An Kroatiens Küste wird das frühe Reservieren von Strandplätzen ungemütlich. Mitte Juli machten in sozialen Netzwerken Bilder die Runde, auf denen Müllwagen mit Liegen, Handtüchern und Matten beladen waren. Hintergrund ist ein Problem, das Badegäste an beliebten Stränden offenbar gut kennen: Plätze im Schatten werden früh belegt, ohne dass sie gemietet oder genutzt werden.
In Tučepi sollen laut des kroatischen Portals Index.hr bereits um 6.30 Uhr Liegestühle in schattigen Bereichen stehen. Für Familien mit Kleinkindern ist das besonders mühsam. „Obwohl wir sehr früh am Strand ankommen, sind wir regelmäßig gezwungen, uns Plätze in der prallen Sonne oder auf Flächen mit nur teilweisem und kurzzeitigem Schatten zu suchen“, erklärt der Leser gegenüber Index.hr.
Tučepi ging bereits 2024 mit Bußgeldern gegen zurückgelassene Handtücher vor: Bis zu 130 Euro konnten fällig werden. Auch Orte wie Makarska oder Sveti Filip lassen herrenlose Gegenstände jeden Morgen von Reinigungskräften einsammeln. Strände gelten in Kroatien als öffentliches Gut und sollen allen Besucher*innen offenstehen.
Kanarische Inseln: Steigende Preise vergraulen die Gäste
Die Kanarischen Inseln spüren den Preisdruck im Tourismus, wie Teneriffa News im August 2026 berichtet. Im Juni zählte das kanarische Statistikamt ISTAC knapp 7,43 Millionen Übernachtungen – ein Rückgang von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Gleichzeitig kletterte der durchschnittliche Zimmerpreis auf 112,37 Euro pro Nacht, was einem Plus von 5,2 Prozent entspricht.
Für die Hoteliers ist das kein reines Verlustgeschäft: Die Erlöse pro Zimmer stiegen trotzdem. Doch die Gäste bleiben kürzer. Im Juni verbrachten Urlauber*innen im Schnitt nur noch 6,5 Nächte auf den Inseln – ein leichter Rückgang zum Vorjahr. Reiseveranstalter reagieren mit kürzeren Pauschalangeboten, um die Preise zumindest optisch erträglich zu halten. Schon im Mai zeigte sich dasselbe Muster: mehr Buchungen, aber kürzere Aufenthalte. Der Preisauftrieb in den Kanaren-Hotels hält seit Monaten an und übertrifft bereits zu Jahresbeginn die allgemeine Teuerungsrate.
Eine Ausnahme bildet La Palma: Dort stiegen die Übernachtungen im Jahresvergleich um bemerkenswerte 40,7 Prozent – ein klares Gegengewicht zum allgemeinen Trend.
Niedrigwasser bremst Flusskreuzfahrten: Rhein und Donau besonders betroffen
Die Hitze und Trockenheit im Sommer 2026 bringen viele Flusskreuzfahrten durcheinander. Am 4. August 2026 meldete das Niedrigwasserinformationssystem extrem niedrige Wasserstände an 47 Prozent der Rhein-Messstellen. In Düsseldorf lag der Rheinpegel bei nur 22 Zentimetern. Auch Donau, Elbe, Oder, Weser und Maas sind betroffen.
Für Reisende heißt das: Routen ändern sich, Schiffe fahren andere Strecken oder Reisen fallen aus. Nicko Cruises hat laut reisereporter.de bereits 13 Donau-Kreuzfahrten abgesagt. Auf dem Rhein führt der Anbieter Fahrten seit rund drei Wochen statt südwärts ab Köln nordwärts über den Niederrhein nach Holland und Belgien. Viva Cruises musste Mitte Juli eine Fahrt von Wien nach Budapest absagen; auch eine Donau-Reise ab 3. August konnte nicht stattfinden.
A-Rosa erklärt gegenüber reisereporter.de: „Sollte eine geplante Route nicht vollständig umgesetzt werden können, informieren wir frühstmöglich und organisieren eine attraktive Alternative inklusive Ausflugsprogramm“. Bei starken Änderungen behält sich der Anbieter Absagen vor. Wird eine Reise gestrichen, müssen Urlauber*innen keine Umbuchung akzeptieren. Bei erheblichen Routenänderungen kann laut Reiserecht ein kostenfreier Rücktritt möglich sein.
Wegen giftiger Tiere: Frankreich sperrt Strände
An der französischen Atlantikküste sind Ende Juli 2026 mehrere Strandabschnitte wegen Portugiesischer Galeeren gesperrt worden. Betroffen sind Bereiche zwischen Bidart, Biarritz und Anglet im Baskenland sowie weiter nördlich im Département Landes. Auch vor Portugal treiben die Tiere wieder im Wasser.
Die Portugiesische Galeere sieht mit ihrem blauvioletten Schwimmkörper harmlos aus, hat es aber in sich: Ihre Tentakel können bis zu 50 Meter lang werden. Schon kurze Berührungen lösen teils heftige Schmerzen, gerötete Haut, Quaddeln und Striemen aus. Möglich sind auch Übelkeit, Muskelkrämpfe, Atemnot, Schwindel oder im Extremfall ein anaphylaktischer Schock. Damit gehören sie zu den gefährlichsten Meerestieren der Welt.
Behörden warnen ausdrücklich davor, die Tiere anzufassen. Das gilt auch für tote Exemplare am Strand und abgelöste Tentakel im Meer, die für Badegäste schwer zu erkennen sind. Nach Kontakt sollten Betroffene das Wasser verlassen, die Haut mit Meerwasser oder warmem Wasser spülen und Tentakel nur mit Hilfsmitteln entfernen. Im Englischen trägt die Portugiesische Galeere den Namen „Floating Terror“ („treibender Schrecken“).
Italiens Strand-Streit spitzt sich zu: Freies Meer statt teurer Liegen
In Italien wächst Anfang August 2026 der Druck auf private Strandbäder. In Ostia, dem Stadtstrand von Rom, rollen im bekannten „Shilling“ Abrissbagger statt Urlauber*innen: Das Bad wurde wegen Bauvergehen und weiterer Vorwürfe gegen den Betreiber beschlagnahmt, nach Sturmschäden drohte es zur Ruine zu werden.
Der Streit reicht weit über Ostia hinaus. Mehr als die Hälfte der italienischen Strände ist privat verpachtet, obwohl die Küste dem Staat gehört und frei zugänglich sein müsste. Für zwei Liegen und einen Schirm werden in dieser Saison im Schnitt rund 40 Euro pro Tag fällig.
Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri will in Ostia deutlich mehr kostenlose Strandabschnitte schaffen: aus 1,2 Kilometern sollen 6,5 Kilometer werden. Ab 2027 soll zudem eine EU-Richtlinie von 2006 greifen, nach der Genehmigungen regelmäßig neu ausgeschrieben werden müssen.
Tourismus-Krise in Kroatien: Leere Strände und sinkende Preise im Sommer 2026
Kroatien war jahrelang der absolute Hotspot für Adria-Urlauber*innen, doch 2026 sieht die Sache ganz anders aus, wie unter anderem Oe24 berichtet: Leere Strände, freie Hotelzimmer und selbst im Hochsommer findet man problemlos Unterkünfte. Der Grund dafür ist ziemlich klar, die Preise sind komplett durchgedreht. Seit 2015 sind Hotels und Restaurants um satte 70 Prozent teurer geworden. Eine vierköpfige Familie zahlt mittlerweile über 3.800 Euro allein für vier Tage Unterkunft, ohne dass die Anreise überhaupt mit drin ist.
Zum Vergleich: In Spanien bekommt man für 2.700 Euro den kompletten Urlaub inklusive Flug. Kein Wunder also, dass massenhaft storniert wird und sich das Buchungsverhalten komplett verändert hat. Jetzt reagiert die Branche endlich und viele Vermieter*innen drücken ihre Preise ordentlich runter, um die leerstehenden Apartments doch noch zu füllen. Wer spontan und flexibel ist, kann dabei richtig gute Last-Minute-Schnäppchen abstauben. Gleichzeitig will die Tourismusbranche jetzt umdenken und weg von immer mehr Gäst*innen, hin zu besserer Qualität, besserem Service und Preisen, die wieder fair sind.
Badekleidung kostet in Varenna künftig bis zu 200 Euro
In Varenna am Comer See wird es für allzu luftige Urlaubsoutfits teuer. Wer mit freiem Oberkörper oder im Badeanzug durch den Ort läuft, muss künftig mit einem Bußgeld von 50 bis 200 Euro rechnen. Erlaubt bleibt Badekleidung nur am Seeufer oder auf Bootsausflügen; nicht beim Bummeln, Einkaufen oder in Restaurants und Kirchen.
Die Gemeinde mit rund 650 Einwohner*innen will damit den Alltag der Einheimischen schützen. Bürgermeister Mauro Manzoni sagt laut Guardian: „Varenna ist ein wunderschönes Dorf, und wir sind stolz darauf, jedes Jahr Hunderttausende Besucher aus aller Welt willkommen zu heißen. Die Lebensqualität unserer Einwohner darf jedoch nicht auf dem Altar des Massentourismus geopfert werden.“
Vor Ort kommt die Regel offenbar gut an. Ein Ladenbesitzer: „Am Strand kann man machen, was man will – aber wenn man durch den Ort läuft und in Läden, Restaurants, Kirchen oder auf dem Platz ist, muss man sich anständig kleiden“, wie t-online berichtet. Ein anderer ergänzte: „Es war höchste Zeit. Das ist eine vernünftige Maßnahme. Das Wichtigste ist jetzt, dass sie auch durchgesetzt wird.“
Auch Reisegruppen werden begrenzt: maximal 25 Personen, keine blockierten Gassen, keine Lautsprecher.
Spanien: Restaurant-Terrassen müssen schließen
Spanien hat neue Regeln eingeführt: Bars und Restaurants müssen ihre Außenterrassen bei offiziellen Hitzealarmstufen schließen, es sei denn, sie verfügen über wirksame Kühlsysteme wie Beschattung oder Sprühnebelanlagen. Diese Regelung ist Teil eines neuen Tarifvertrags für die Branche, der von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften gemeinsam beschlossen wurde. Verstöße können mit Geldstrafen von über 50.000 Euro geahndet werden. Für Tourist*innen heißt das: Service gibt es dann nur noch in klimatisierten Innenräumen. Darüber hinaus sind Betriebe verpflichtet, ihren Beschäftigten unter anderem kaltes Wasser, leichte Arbeitskleidung und häufigere Schichtwechsel bereitzustellen.
Kroatien verschärft Gesetze – Droht gebuchten Urlauben das Aus?
Den Kroat*innen wird der Massentourismus zu viel. Nach einem absoluten Rekordjahr 2025 mit über 110 Millionen Übernachtungen greift die Regierung an der Adria nun durch, um illegale Vermietungen einzudämmen. Voraussichtlich ab dem 1. Januar 2027 müssen private Ferienunterkünfte auf Portalen wie Airbnb oder Booking.com eine offizielle Registrierungsnummer vorweisen. Wer frühzeitig für 2027 bucht, sollte wachsam sein: Fehlt dem Vermieter zum Stichtag die ID, fliegen die Angebote von den Plattformen, wodurch bereits gebuchte Urlaube ungültig werden können.
Für zusätzlichen Wirbel sorgt das Nachbarland Serbien, das Kroatien in einem neuen Ampelsystem auf „Orange“ gesetzt hat. Belgrad begründet diese zweithöchste Warnstufe mit potenziellen Sicherheitsrisiken, politischen Provokationen bei Menschenaufläufen und gestiegener Kleinkriminalität. Bürger*innen sollen Reisen dorthin meiden. Kroatien weist die Vorwürfe als unbegründet zurück. Auch deutsche Behörden teilen die serbische Einschätzung nicht und listen das beliebte Urlaubsland weiterhin als absolut stabil und sicher.
Neue Strand-Regeln in Griechenland: Drohnen jagen Parksünder*innen
Griechenland verschärft den Küstenschutz drastisch und geht rigoros gegen die Überfüllung durch den Massentourismus vor. Mittlerweile wurden 251 Strände, die zu sensiblen Naturschutzgebieten gehören, mit einem strikten Verbot belegt. In diesen Zonen dürfen überhaupt keine Sonnenschirme oder Liegen mehr aufgestellt oder vermietet werden. Auch das private Reservieren von Plätzen per Handtuch ist untersagt. An allen anderen Stränden müssen Liegen zudem mindestens vier Meter Abstand zum Wasser einhalten.
Die Einhaltung wird streng überwacht: Die Behörden setzen auf Echtzeit-Bilder von Kontrolldrohnen und Satelliten. Zudem meldet die Bevölkerung Verstöße anonym über die staatliche App „MyCoast“. Wer gegen die neuen Vorschriften verstößt, riskiert horrende Strafen: Die Bußgelder starten bei 2.000 Euro und können im Ernstfall bis zu 60.000 Euro betragen. Urlauber*innen sollten sich vorab dringend über die lokalen Badeordnungen informieren.
Lesetipp: Regeln, Gesetze und Co. beim Wohnmobil: Was ist erlaubt, was verboten?
Krisenvorsorge im Urlaub mit der „Elefand“-Liste
Sicherheit auf Reisen beginnt schon vor dem Abflug. Angesichts weltweit steigender Bedrohungen durch extreme Naturkatastrophen, unvorhersehbare Krisen oder politische Spannungen rät das Auswärtige Amt dringend zur Vorsorge. Reisende sollten sich vorab stets über aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise informieren und eine bestimmte Vorsorgemaßnahme ergreifen: die Eintragung in die sogenannte „Elefand“-Liste.
Das Kürzel steht für „Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland“ und bezeichnet die offizielle Krisenvorsorgeliste der Bundesregierung. Da für deutsche Staatsbürger*innen im Ausland keine Meldepflicht besteht, ermöglicht erst die freiwillige Registrierung schnelle konsularische Hilfe im Ernstfall. Über das Online-Portal oder die offizielle App hinterlegen Urlauber*innen ihre Kontaktdaten und Reiseziele. Droht vor Ort Gefahr, übermittelt die zuständige Botschaft lebenswichtige Verhaltensregeln oder Evakuierungspläne per SMS oder E-Mail. Auch ausländische Familienmitglieder*innen im selben Haushalt können eingetragen werden. Die Anmeldung sollte unbedingt vor der Abreise erfolgen.
Neue EU-Handgepäck-Regel: Ist das das Aus für versteckte Flugpreise?
Wer einen Städtetrip bucht, erlebt am Ende oft eine teure Überraschung: Lockangebote verdoppeln sich im Buchungsverlauf, weil selbst normales Handgepäck extra kostet. Verbraucherschützer*innen wehren sich seit Langem gegen diese Praxis und reichten bereits Klagen gegen Airlines wie Ryanair oder Easyjet ein. Nun steht eine neue EU-Regelung vor dem finalen Beschluss.
Der aktuelle Gesetzesentwurf sieht vor, dass Flugpreise künftig standardisiert ein angemessenes Handgepäckstück enthalten müssen. Tarife werden dadurch transparenter und für Kund*innen besser vergleichbar. Ein kompletter Abschied vom Baukastensystem im Luftverkehr ist die Reform jedoch nicht: Fluggesellschaften dürfen weiterhin verschiedene Tarifmodelle anbieten. Wer bewusst komplett ohne Handgepäck reist, soll im Gegenzug einen Preisnachlass erhalten können. Stimmen die EU-Mitgliedsstaaten dem Entwurf zeitnah zu, könnte die verbraucherfreundliche Neuregelung bereits im Sommer in Kraft treten und das lästige Gebühren-Chaos beenden.
Lesetipp: Essen im Flugzeug: Was darf ich mit ins Handgepäck nehmen?
Schirm-Sperre auf Sardinien: Droht dir am Strand im Sommer jetzt ein Hitzschlag?
Wer für den Sommerurlaub seine Tasche packt, hat neben Handtuch und Kühltasche garantiert auch einen Sonnenschirm im Gepäck. Doch an einem der beliebtesten Strände auf Sardinien erlebst du jetzt eine böse Überraschung: Ein Sonnenschirm ist hier im Hochsommer für die meisten Menschen strengstens verboten!
Eine neue Verordnung der Gemeinde Villasimìus untersagt es am Strand Punta Molentis allen Personen zwischen 10 und 65 Jahren, einen eigenen Schirm aufzustellen. Das Privileg auf Schatten haben ab sofort nur noch Kinder unter zehn Jahren und Senioren ab 65. Wer im Alter dazwischen liegt, muss brutzeln. Damit nicht genug: Jede berechtigte Familie darf nur noch ein einziges Exemplar aufbauen und der Strandbesuch ist nur noch mit einer vorab gültigen Reservierung zwischen 8:00 und 20:30 Uhr erlaubt. Zudem dürfen sich zeitgleich maximal 150 Menschen auf den Dünen aufhalten.
Unter potenziellen Urlauber*innen sorgt das Liegeverbot mit Sonnenschutz für massive Empörung und puren Zynismus in den sozialen Netzwerken. Kommentare wie „Muss ich mir jetzt ein Kind mieten, um einen Sonnenschirm aufzustellen?“ oder „Um mit einem Schirm an den Strand zu kommen, muss ich also entweder meinen Opa mitbringen oder mir bis morgen ein Kind zulegen!“ häufen sich unter den Beiträgen des Gemeinderats, wie der Guardian zitiert.
Die Gemeinde rechtfertigt die drastischen Maßnahmen, die bis Oktober gelten sollen, mit dem Naturschutz. Der Strand gehöre zu den empfindlichsten Ökosystemen der Region.