Skurril, bizarr, verwirrend: 10 der seltsamsten Denkmäler weltweit
Ein balancierendes Taxi und eine Riesenspinne: Wir zeigen 10 Denkmäler weltweit, die durch ihre bizarre Optik und ungewöhnliche Entstehung verblüffen.
Denkmäler dienen meist der Ehrung großer Persönlichkeiten oder historischer Ereignisse. Doch wer mit offenen Augen durch die Metropolen der Welt reist, stößt immer wieder auf Skulpturen, die schlichtweg seltsam sind und Rätsel aufgeben. Hyperrealistische Reisende oder überdimensionale Dalmatiner brechen mit jeder klassischen Konvention und hinterlassen bei Passant*innen oft pure Verwirrung. Doch wofür sind diese bizarren Werke eigentlich da?
#1 Spot!, Manhattan, New York City, USA
Direkt vor dem Hassenfeld-Kinderkrankenhaus in New York City begegnen Besucher einem ungewöhnlichen Anblick: Ein über 9 Meter (30 Fuß) hoher Dalmatiner namens „Spot!“ balanciert ein echtes gelbes Taxi auf seiner Nase.
Der Künstler Donald Lipski entwarf die Skulptur mit dem Ziel, den jungen Patient*innen beim Betreten der Klinik ein Lächeln zu schenken. Die Inspiration durch Spielzeug ist kein Zufall, denn die Familie Hassenfeld, Namensgeber des Krankenhauses, gründete einst den Spielwarengiganten Hasbro.
Bei dem Fahrzeug auf der Nase handelt es sich um einen echten Toyota Prius, der von der Firma gespendet wurde. Als das Denkmal bei Regen enthüllt wurde, zeigte sich ein besonderes technisches Detail: Sogar die Scheibenwischer des Autos waren voll funktionsfähig.
#2 Maman, Ottawa, Kanada
Wer die National Gallery of Canada in Ottawa besucht, wird von einer monumentalen Gestalt begrüßt: Die fast zehn Meter hohe Skulptur „Maman“ der französisch-amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois. Die spindeldürre Konstruktion aus Edelstahl und Bronze mag auf Spinnen-Phobiker bedrohlich wirken, ist jedoch eine tiefgründige Hommage der Künstlerin an ihre eigene Mutter.
Diese arbeitete als Wandteppichweberin – für Bourgeois ein Symbol für Klugheit und Schutz. Ein faszinierendes Detail verbirgt sich im Inneren: Im Brustkorb der Spinne befinden sich 32 Eier aus weißem Marmor, die den mütterlichen Instinkt des Nährens und Bewachens versinnbildlichen. Während in Ottawa eine der bekanntesten Fassungen steht, befindet sich das ursprüngliche Original in der Tate Modern in London.
#3 Der wütende Junge, Oslo, Norwegen
Ein Besuch im Vigeland-Skulpturenpark in Oslo ist ohne ein Foto von „The Angry Boy“ (norwegisch: Sinnataggen) unvollständig.
Die Bronzestatue von Gustav Vigeland zeigt ein nacktes, wütendes Baby, das mit geballten Fäusten aufstampft und eine frustrierte Grimasse zieht. Trotz oder gerade wegen seines schlechten Temperaments hat sich die Figur zum inoffiziellen Maskottchen der norwegischen Hauptstadt entwickelt.
Ein besonderes Detail fällt bei der Betrachtung sofort auf: Die linke Hand des Jungen glänzt hell und hebt sich deutlich vom dunklen Rest der Bronze ab. Dies liegt an einem weit verbreiteten Ritual unter Touristen und Einheimischen, die Hand beim Vorbeigehen zu berühren, da dies Glück bringen soll. Durch den ständigen Hautkontakt wurde das Metall über die Jahre spiegelglatt poliert.
#4 Der Appenin-Koloss, Toskana, Italien
In der Villa Demidoff nördlich von Florenz thront eine der beeindruckendsten Schöpfungen der Spätrenaissance: der Apennin-Koloss. Der flämische Bildhauer Giambologna schuf diese 35 Fuß hohe Statue im 16. Jahrhundert als Personifizierung des Gebirges.
Der Riese scheint direkt aus dem Stein des Parks emporzuwachsen und trägt passenderweise einen Bart, der aus echten Stalaktiten geformt wurde. Ursprünglich war die Figur ein Meisterwerk der Mechanik: Aus dem Mund floss Wasser, und im Kopf verbarg sich eine Feuerstelle.
Wenn dort ein Brand entfacht wurde, stieg der Rauch aus den Nasenlöchern des Kolosses auf. Heute können Besucher*innen noch immer das Innere der Skulptur betreten und Räume besichtigen, die mit aufwendigen Muschelmosaiken verziert sind.
#5 Fremont Troll, Seattle, USA
Eines der markantesten Wahrzeichen Seattles verbirgt sich direkt unter der George Washington Memorial Bridge: der Fremont Troll. Die gewaltige Skulptur aus Beton wurde 1990 von vier Künstlern im Rahmen eines Wettbewerbs geschaffen.
Der ursprüngliche Zweck war ungewöhnlich: Die Stadt suchte nach einer Möglichkeit, den Raum unter der Brücke so zu gestalten, dass er nicht mehr als Schlafplatz für Obdachlose genutzt werden konnte. Inzwischen hat sich das Image gewandelt, und der Troll gilt als wichtiges kulturelles Symbol des Fremont-Viertels.
In seiner linken Hand klammert die Figur einen echten Volkswagen Käfer fest. Ursprünglich befand sich im Inneren des Wagens eine Zeitkapsel, die jedoch im Laufe der Jahre gestohlen wurde.
#6 Brown-Nosers, Prag, Tschechien
David Černý ist als der provokanteste zeitgenössische Künstler Tschechiens bekannt, und seine Werke prägen das Stadtbild von Prag. Eine seiner bissigsten Installationen befindet sich im Garten der Galerie Futura: die „Brown-Nosers“ (Braun-Nasen). Die Skulpturen zeigen zwei riesige Unterkörper, die sich vornüberbeugen.
Das Werk ist als scharfe satirische Kritik an der Politik und bürokratischen Strukturen zu verstehen. Besucher*innen sind eingeladen, über Leitern an den Figuren hochzuklettern und buchstäblich in die Skulpturen hineinzuschauen.
Im Inneren erwartet sie Černýs provokanter Humor in Form von Videoinstallationen, was das Denkmal zu einer der interaktivsten und umstrittensten Kunstwerke der Stadt macht.
#7 The Traveler, Orlando International Airport, Orlando, USA
Schon direkt nach der Ankunft in Orlando kannst du die lokale Kunstszene entdecken, noch bevor du dein Gate erreichst. „The Traveler“ wirkt auf den ersten Blick wie ein müder Passagier, doch bei genauerem Hinsehen erkennst du die hyperrealistische Skulptur des Floridianers Duane Hanson.
Sie zeigt einen schlafenden Mann aus den 1980ern und hinterlässt wegen ihrer Detailtreue ein leicht unheimliches Gefühl: Hanson nutzte echte Abgüsse von Menschen, echtes Haar, Kleidung und Accessoires. Heute steht er in einer Vitrine auf Ebene 3 des Hauptterminals des MCO.
Ursprünglich war er in der Nähe einer Bar platziert, doch die jahrelange Interaktion mit Passant*innen hat Spuren hinterlassen.
#8 Die Gabel, Vevey, Schweiz
Direkt im Genfersee, unweit des Ufers von Vevey, ragt ein ungewöhnliches Besteckteil aus dem Wasser: „La Fourchette“ (Die Gabel). Die riesige Skulptur aus rostfreiem Stahl ist mehrere Meter hoch und bringt rund 450 Kilogramm auf die Waage.
Ursprünglich wurde sie 1995 zum zehnjährigen Jubiläum des Alimentariums installiert – dem weltweit ersten Museum, das sich ausschließlich dem Thema Ernährung widmet.
Obwohl sie zunächst nur vorübergehend bleiben sollte, ist die Gabel heute fest im Seegrund verankert und hat sich zum Wahrzeichen der Region entwickelt. Sie symbolisiert auf künstlerische Weise die kulinarische Kultur Veveys und ist eines der meistfotografierten Motive der Schweiz.
#9 Kindlifresserbrunnen oder Der Kinderfresser von Bern, Bern, Schweiz
Mitten in der Berner Altstadt auf dem Kornhausplatz steht eines der verstörendsten Denkmäler der Schweiz: der Kindlifresserbrunnen. Die Brunnenfigur aus dem 16. Jahrhundert zeigt einen Riesen, der gerade dabei ist, ein nacktes Kind zu verschlingen, während er weitere Opfer in einem Sack bei sich trägt.
Über die genaue Bedeutung des Brunnens wird seit Jahrhunderten gerätselt. Eine der bekanntesten Theorien besagt, dass die Figur den griechischen Gott Kronos darstellt, der seine eigenen Kinder fraß.
Unabhängig von der mythologischen Deutung diente der Brunnen über Generationen hinweg als pädagogisches „Schreckgespenst“, um Kinder zu Wohlverhalten zu mahnen. Trotz seines gruseligen Motivs ist der Brunnen heute ein fester Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes der Stadt.
#10 Monsterpark, Viterbo, Italien
Nördlich von Rom, in der Provinz Viterbo, verbirgt sich ein Garten, der weltweit seinesgleichen sucht: der Sacro Bosco (Heiliger Wald), besser bekannt als der Monsterpark von Bomarzo.
Inmitten üppiger Natur finden Besucher*innen hier Dutzende bizarrer Skulpturen aus dem 16. Jahrhundert, die direkt aus dem lokalen Vulkangestein gehauen wurden.
Die Anlage beherbergt gruselige Kreaturen, Fabelwesen und monströse Figuren, die oft Rätsel aufgeben, wie etwa ein riesiges, schreiendes Gesicht, dessen Mund man als Eingang zu einem steinernen Raum betreten kann. Diese grotesken Werke machen den Park zu einem einzigartigen Ausflugsziel.